Zusammenfassung
Weder Hrahnemann noch Jahr und Bönninghausen haben Mittel für den Retronasalraum eigens
vermerkt, erst Hering sind die ersten Rubriken darüber zu verdanken. Gentry, Lippe
und Kent brachten zusätzliche Angaben. Die Retronasal-katarrhe sind oft schwieriger
als die Rachen- und Brustkatarrhe zu heilen, sie weichen meist nur dem tieferwirkenden
Konstitutionsmittel des Patienten. Aufgabe der Praktiker ist es, auf diesem Gebiet
Beobachtungen zu sammeln und damit zur Erweiterung der Materia medica beizutragen.
Oft ist der retronasale Infekt Wegbereiter für häufige Tonsillitis und Fieber, auch
für einen therapieresistenten Reizhusten, wie ihn der Verfasser dann durch Corallium
heilte. Die den Retronasalkatarrh betreffenden Kent-Rubriken sind im Grunde kaum verschieden.
Zu einem vollständigen Repertorium dieser Erkrankungen ist noch ein weiter Weg, sind
noch neue Prüfungen und Verifikationen nötig. Entgegen der praktischen Bedeutung dieses
Bereichs wird er von der homöopathischen Praxis vernachlässigt. Der Autor macht mit
erweiterten und zusätzlichen Rubriken, die er aus der Literatur sowie aus seinen eigenen
Erfahrungen und Bestätigungen in seinen Kliniken gewonnen hat, einen Schritt auf dieses
Ziel hin.